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Im Westen nichts Neues

Jeden Morgen nach dem Aufstehn
geht es wieder in den Krieg.
Zur Front mit der Straßenbahn,
fest im Glauben an den Sieg.
Für ein kleines Stück vom Kuchen
wirft man sich in den Kampf –
jeder gegen jeden bis zum allerletzten Mann.
Angriff ist die Devise,
keine Feigheit vor dem Feind,
die Taktik und die Regeln sind immer wieder gleich.

Waffenstillstand, 17:00 Uhr,
nach Hause zu den Lieben gehen,
morgen wieder pünktlich sein,
denn der Gegner wartet nicht.
Jeden Tag von neuem in die Offensive gehen,
ein Leben für das Geld und den Tagesbefehl.
Im Kopf verbrannte Erde,
und im Herz nur heisse Luft.
Muss man wirklich mehr tun
als man wirklich tun muss?

Keine Müdigkeit vortäuschen,
der Kampf muss weitergehn.
Es sind die Augen, die jetzt lügen,
wenn sie kein Ziel mehr sehn.
Wer schlapp macht und wer wegläuft,
kommt vor ein Kriegsgericht
als übler Verräter der Verantwortungspflicht.
Ein Soldat liebt das System
und muss Gehorsam schwörn.
Es gibt Tapferkeitsmedaillen
für die, die sich bewährn.
Glückwunsch zur Beförderung,
wieder ein Schritt nach vorn.
Einen Tag gewonnen
und ein Leben verlorn.

Fußball

Auf ‚ner Party am letzten Samstag
stand ich wieder mal auf dem Platz.
Ich suchte einen nen Gegner,
bei dem man noch ‚ne Chance hat.
Es war ein typisches Auswärtsspiel,
wie immer gegen den Abstieg.
Wie’s nun schon seit Jahren
bei mir mit den Frauen geht.

Jedenfalls stand sie irgendwann vor mir,
Ich dachte: „Jetzt oder nie.”
Ich ging sofort in die Offensive
doch ich kam nicht recht ins Spiel.
Ihre Abwehr stand viel zu gut für mich,
ich lief mehrmals hinten auf.
Sie liess mich hart im Abseits stehn,
ich stand ziemlich auf dem Schlauch.
Ich hab immer wieder über die Seiten versucht
in ihren Strafraum reinzukommen.
Mit leeren Sprüchen in den freien Raum
und dem gewissen Drang nach vorn.
Schliesslich habe ich sie müde gespielt
es war nur ‚ne Frage der Zeit
ihren Abwehrriegel aufzubrechen
für ‚ne Torschussgelegenheit.

Und dann kam wie aus dem Lehrbuch
mein tödlicher Freistosstrick,
zu Hause hundertmal im Training geübt
und souverän versenkt.
Doch ich bekam den Treffer später
am grünen Tisch aberkannt,
weil angeblich ein Faulspiel
mit reichlich Alkohol vorlag.

Heut geht’s doch keinem mehr ums Schönspielen,
das ist schon lang nicht mehr gefragt,
hauptsache das Ding geht irgendwie rein
mit Brechstangen-Fussball.
Jedes Kreisligateam macht auf Champions-League,
wo bleibt hier das Niveau?
Den Spaß an diesen Gurkenspielen
habe ich längst verloren.

Ich seh’ die Schiffe den Fluß herunterfahren

Ich komm aus dem Land
in dem man keinen versteht
jedes Wort
wird dir im Halse umgedreht
wo an jeder Ecke
ein Verbotsschild steht
wenn dir die Scheisse zu gelb wird
hasst du auch verlor’n
dann wirst du
ohne Arsch gebor’n

Ich seh die Schiffe den Fluss herunterfahrn
bis sie verschwinden, draussen im Ozean
Ich seh die Schiffe den Fluss herunterfahrn
bis sie verschwinden im Ozean

Wohin auch immer
deine Schritte dich lenken
keiner hat hier etwas
zu verschenken
ich habe Platzangst

in diesem …
die Räume sind klein
in meinem Karton

Ich seh die Schiffe den Fluss herunterfahrn
bis sie verschwinden, draussen im Ozean
Ich seh die Schiffe den Fluss herunterfahrn
bis sie verschwinden im Ozean

Die Unendlichkeit

Ich habe die Unendlichkeit gesehn,
sie ist nicht weit von hier.
Sie liegt auf dem Friedhof
und sie ruht sich aus.
Man kann sie atmen hörn.

Sie hat sich unter die Erde gelegt,
bestimmt zwei Meter tief.
Über etwas mehr Licht würde sie sich freuen –
und dass nicht alles hier so ruhig ist.

Ich habe die Unendlichkeit gesehn,
sie ist nicht weit von hier.
Zuerst hab ich sie nicht erkannt,
ihr Aussehen hat mich irritiert.

Ich hätte gedacht, dass sie viel älter ist,
und jeder Ernst hat ihr gefehlt.
Sie ist auch lange nicht so groß
wie man sich’s vorstellt.

Der Mond, der Kühlschrank und ich

Letzte Nacht hat mich der Mond gefragt,
ob ich glücklich bin.
Als ob man dazu mal kurz was sagen kann,
als ob’s so einfach ist.
Ich hab’ ihn ganz cool ignoriert
und die Sterne angeschaut,
aber irgendwie hat mir der Mond da schon
die Stimmung voll versaut.

Ich wollt’ nur träumen und einfach so dastehen,
doch dann musste ich vor Hunger in die Küche gehen.
Da hat der Kühlschrank mich dann prompt gefragt,
ob ich glücklich bin.
Ich dachte „Mann oh Mann,
was ist denn jetzt hier los?
Jetzt fängt der Kühlschrank auch noch an,
mich zu fragen, wie’s mit mir aussieht
und meinem Seelenzustand.”

Dafür gibt es keine Antwort in zwei Sätzen,
da muss man viel zu viel erklären.
Das wär ja wirklich auch zu blöde,
wenn solche Sachen simpel wären.

Der Mond ist wirklich primitiv;
das hätt’ ich nie von ihm gedacht.
Das kommt davon, wenn man die ganze Zeit
immer nur dasselbe macht!
Als ob der Mond sich dafür interessiert,
ob mein Leben glücklich ist.
Ich hab ihn einfach ignoriert
und sein freundliches Scheiss-Gesicht.

Denn ich habe keine Antwort in zwei Sätzen,
da muss man viel zu viel erklären.
Das wär ja wirklich auch zu blöde,
wenn solche Sachen simpel wären!

Bayern

Es gibt nicht viel auf dieser Welt,
woran man sich halten kann.
Manche sagen die Liebe,
vielleicht ist da was dran.
Und es bleibt ja immer noch Gott,
wenn man sonst niemand hat.
Andere glauben an gar nichts,
das Leben hat sie hart gemacht.

Es kann soviel passieren,
es kann soviel geschehen.
Nur eins weiss ich hundertprozentig:
nie im Leben würde ich zu Bayern gehen.

Ich meine, wenn ich 20 wär
und supertalentiert,
und Real Madrid hätte schon angeklopft,
und die Jungs aus Manchester.
Und ich hätt auch schon für Deutschland gespielt
und wär mental topfit
und Uli Hoeneß würde bei mir
auf der Matte stehen.

Ich würde meine Tür nicht öffnen,
weil’s für mich nicht in Frage kommt,
sich bei so Leuten wie den Bayern
seinen Charakter zu versauen.

Das wollt ich nur mal klarstellen,
damit wir uns richtig verstehen:
ich habe nichts gegen München,
ich würde nur nie zu den Bayern gehen.

Muss denn sowas wirklich sein?
Ist das Leben nicht viel zu schön?
Sich selber so wegzuschmeissen
und zum FC Bayern zu gehen.

Es kann soviel passieren,
es kann soviel geschehen.
Ganz egal, wie hart mein Schicksal wär,
ich würde nie zum FC Bayern München gehen.

Was für Eltern muss man haben
um so verdorben zu sein,
einen Vertrag zu unterschreiben
bei diesem Scheissverein?

Wir würden nie zum FC Bayern München gehen!
– Niemals zu den Bayern gehen!
Wir würden nie zum FC Bayern München gehen!
– Niemals zu den Bayern gehen!

König der Blinden

Willkommen in meinem Reich,
seit wann bist du schon hier?
Seit gestern oder heute,
oder ist’s schon länger her?
Lass dir von mir die Hausordnung
ganz genau erklären.
Wenn du bleiben und hier leben willst,
musst du dich danach führen.

Du musst lernen, wie man „Danke” sagt
und sich dabei ganz tief bückt,
und wie man Essensreste
von fremden Tellern leckt.
Du musst wissen wie man lächelt,
während man den Boden küsst,
und dass hier Freiheit nicht viel mehr
als ein Wort zum Träumen ist.

Hier spricht der König aller Blinden.
Mach ein letztes Mal die Augen auf:
du stehst hier mitten auf dem Friedhof,
auf dem du mal liegen sollst.

Du brauchst dich nicht zu fürchten,
denn du bist hier nicht allein.
Als Teil der großen Mehrheit,
die Tag für Tag nur schweigt.
Im Heer der Namenlosen,
das nur einen Weg gehen soll.
Du und deine Nachbarn – zusammen seid ihr mein Volk.

(Mein Volk, ihr seid das Volk)

Hier spricht der König aller Blinden,
also werft euch in den Staub
bis ich euch befehle aufzustehen,
wenn ihr für mich tanzen sollt.

Ich bin der König aller Blinden,
kniet euch nieder in den Dreck.
Hört, was ich euch sage,
denn ich bin das Gesetz.
Sperrt Eure Gedanken ein
und werft den Schlüssel weg.
Niemand wird euch etwas fragen
und ihr sollt keine Fragen stellen.
Seid zufrieden mit dem Leben,
das man euch gibt.

Euer Mund ist nicht zum Reden da,
Eure Ohren nicht zum Hören,
Eure Nase soll nichts riechen
und eure Nerven sollen nichts spüren.
Eure Füße sollen nicht gehen,
solange man es nicht befiehlt.
Vergesst nie die Regeln,
die das Regelheft bestimmt.

Ich bin der König aller Blinden.
Glaubt ihr wirklich, ihr selbst könnt sehen?
Kniet euch alle nieder in den Dreck,
bis ich befehle aufzustehen.

Ich bin der König aller Blinden,
also werft euch in den Staub.
Willkommen im goldenen Käfig!
Willkommen in meinem Haus!

Regen

Ein Riesenmeer von Dächern
in einer Wüste ganz aus Stein,
in der man leben oder sterben kann
und ein bisschen glücklich sein.

All die Straßen, all die Häuser,
all die Treppen und all die Türen,
es hat mich niemals wirklich interessiert,
wo sie eigentlich hinführen.

Ich warte nur auf den Regen,
der die Flüsse überlaufen lässt
und den Müll aus dieser Stadt endlich wegspült.
Der die Falschheit und Intrigen
und die Heuchelei mitnimmt,
die uns jeden Tag nach unten zieht.

Warten auf den Regen,
der den ganzen Dreck wegspritzt,
der in meiner Strasse und meiner Wohnung
und in meiner Seele sitzt.

Unser Haus

Hab ich zwanzig Jahre lang hier gewohnt,
in diesem stillen Haus,
in dem nur noch meine Mutter lebt
und die Erinnerung verstaubt?
Sechs Kinder haben hier mal getobt,
immer bis mein Vater heimkam.
Und wenn er uns nicht schlug, dann liebte er uns
und dafür waren wir ihm dankbar.

Ich seh das alles noch immer vor mir,
wie in einem Kinofilm.
Als wär es nie mein Leben gewesen,
als ob ich jemand anders bin.

Als Tom Sawyer und als Sherlock Holmes
sind wir hier durch die Gegend gerannt.
Wie oft haben wir uns mit Steinen beworfen
und schlossen Frieden schon am nächsten Tag…
Im Garten heimlich rauchen,
der erste Vollrausch mit acht Jahren
von ‚ner halben Dose Altbier an einem Sommernachmittag.

Hier hab ich gelernt zu lügen,
zu streiten und zu intrigieren,
zu vergeben und vergessen,
zu gewinnen und verlieren.
Es gab Enttäuschungen und Tränen,
obwohl ich meistens glücklich war
mit unserm kleinen Vorstadt-Leben
in unserer Nachbarschaft.

In diesem Haus fand ich meinen Vater
tot in seinem Bett.
Mir wurde klar als ich seine Hand hielt,
dass ich nicht auch hier sterben will.

Call of the wild

It’s dry, it’s dusty, the nights are long and cold.
Your life is like a desert, you’re scared of growing old.
You can hear the clock ticking like a hammer on a stone,
remember this – you’re not alone, you’re not alone, you’re not alone.

Come on! Can you hear it?
The call of the wild.
Stand up now and fight back,
wipe off their plastic smiles.

You crawled out of the ocean, your pulse was slow and weak.
Got up on your two legs, put on clothes and learned to speak.
Ended up abandoned in a place that they call „home”.
Remember this – you’re not alone, you’re not alone, you’re not alone.

Come on! Can you hear it?
The call of the wild.
Stand up now and fight back,
wipe off their plastic smiles.
Why listen to the losers who still treat you like a child?
Better find another station,
tune in to the call of wild,
the call of wild.

They’ll tell you that they love you, like a spider loves a fly.
Promise you you’re safe but never look you in the eye.
Manipulated, regulated, crippled and controlled,
remember this – you’re not alone, you’re not alone, you’re not alone.

Come on! Can you hear it?
The call of the wild.
Stand up and fight back
and kill their plastic smiles.
Why listen to the losers who still treat you like a child?
Tune in to the call of the wild,
call of the wild.