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Willi’s tiefer Fall

Keiner wartete auf Willi an seinem Entlassungstag.
Er wusste nicht wohin, irrte planlos durch die Stadt.
Er endete in einer Sekte, doch man warf ihn wieder raus
wegen Prügelei und Erpressung,
außerdem hat er geklaut.

Niemand hier kann sich erklären,
warum sowas immer nur dir passiert.
Willi, das war wirklich dumm von dir.
Warum musst immer nur du verlieren?

Willi nahm immer mehr Drogen,
stürzte immer tiefer ab.
Er hatte niemals was gelernt,
keinen ordentlichen Job gehabt.
Und es kam, wie es kommen musste,
auch wenn’s traurig ist.
Er sah keinen anderen Ausweg
und er wurde Polizist.

Niemand hier kann sich erklären,
warum so was immer nur dir passiert.
Willi, das war wirklich dumm von dir.
Warum musst immer nur du verlieren?

Seine allerletzten Freunde verließen ihn im Streit.
Die haben immer zu ihm gehalten,
aber jetzt ging er zu weit.

Niemand hier kann sich erklären,
warum so was immer nur dir passiert.
Willi, das war wirklich dumm von dir.
Warum musst immer nur du verlieren?

Pubertät/Der Urlaub

Mein Gott, ein Heim ist halt kein Luxushotel, das weiß man.
Aus Mitleid steckte ich ihm dann abundzu etwas Geld zu.
Aber was hat er gemacht: Er hat sich diese Heftchen
in diesen Sex-Shops gekauft und hat die Pubertät
selbst in die Hand genommen, höhö höhö ja.

Also der Urlaub in Garbitchemare ist unvergeßlich.
Da hat der Willi doch neun Flaschen Lambrusko zu sich genommen.
Und äh, dann hat ihn doch der, der Arzt äh in Ravenna, der ihn entgiftet hat,
der hat dann noch lustig gesagt:” Arividerci Willi!”,
als ihn doch dann der ADAC Hubschrauber zurückgeflogen hat, heim in die Heimat.
Und hernach hat der Willi auch gesagt,
das war wahrscheinlich doch diese Umstellung.
Er ist den Lambrusko nicht gewöhnt.
Er ist ja doch nur ein Williams-Trinker
und so a Umstellung vertragt nicht a jeder.

Willi’s weiße Weihnacht

Schnee verirrt sich vor mein Gitterfenster,
ich hör von weitem den Kirchenchor.
Zuhaus, weiß ich genau, backt Mutti Plätzchen
und die andern schmücken den Baum.
Lieber Weihnachtsmann, ach bitte mach doch,
dass ich nur heute nach Hause kann.

Nur einmal, nur einmal…

Warum nicht mal ein Gruß
oder habt Ihr mein kleines Päckchen nie bekommen?
Liebe, kleine Schwester,
ich will Dir nie, niemals wieder was Böses tun.

Nur einmal, nur einmal…

Ich habe längst eingesehn,
es war nicht einfach, mit meinen Launen umzugehn.
Ich will zurück, zu Euch nach Haus,
bitte gebt mir eine letzte kleine Chance.

Nur einmal, nur einmal…

Der Besuch

Einen schönen Tages leutet es an der Tür, ich mache auf:
Steht da draußen ein Kerl, ein Monster, nicht wahr.
Sieht aus wie eine Mischung zwischen einer
Sylvesterrakete und einem Lumpensammler.
Äh, im Gesicht Pickel, nicht wahr.
Ich äh denke noch, um Gottes Willen, nicht wahr,
schreit dieser Kerl: „Grüß Dich Onkel!”
Ich bin zusammengefahr’n, nicht wahr.
Um Gottes Willen im Haus, nicht wahr.
Wenn das einer mitbekommt, daß ich verwandt sein soll
mit diesem Virus, nicht wahr, das ist ja äh.
Gott sei Dank war der Spuk aber gleich vorbei.
Sie ham ihn dann gleich geholt und ham ihn zurück in das Heim verfrachtet.
Aber ich frage mich, was sind das für Heime,
wo soetwas ausgebrütet wird

Azzuro

Cerco l’estate tutto l’anno e all’improvviso eccola qua.
Lei è partita per le spiagge e sono solo quassù in città
sento fischiare sopra i tetti un aeroplano che se ne va.

Azzurro, il pomeriggio è troppo azzurro e lungo per me
mi accorgo di non avere più risorse senza di te
e allora io quasi quasi prendo il treno e vengo, vengo a te.
Il treno dei desideri nei miei pensieri all’incontrario và.

Sembra quand’ero all’oratorio, con tanto sole, tanti anni fa.
Quelle domeniche da solo in un cortile, a passeggiar
ora mi annoio più di allora, neanche un prete per chiacchierar.

Azzurro, il pomeriggio è troppo azzurro e lungo per me
mi accorgo di non avere più risorse senza di te
e allora io quasi quasi prendo il treno e vengo, vengo a te.
Il treno dei desideri nei miei pensieri all’incontrario và.

Cerco un pò d’Africa in giardino, tra l’oleandro e il baobab
come facevo da bambino, ma qui c’è gente, non si può più.
Stanno innaffiando le tue rose, non c’è il leone, chissà dov’è.

Azzurro, il pomeriggio è troppo azzurro e lungo per me
mi accorgo di non avere più risorse senza di te
e allora io quasi quasi prendo il treno e vengo, vengo a te.
Il treno dei desideri nei miei pensieri all’incontrario và.

1000 Nadeln

Das Gefühl von 1000 Nadeln,
in deinen Kopf gesteckt.
Ein Feuer vor deinen Augen,
das unauslöschbar brennt.
Und du weißt nicht warum,
du weißt nicht woher,
die Suche nach der Antwort fällt so schwer.

Du redest von 1000 Nadeln,
die dein Herz so quälen.
Von Psychiatern, die nicht wissen,
was sie dir erzählen.
Und dieser Schmerz kommt und geht,
wie es ihm gefällt.
Und du spürst, dass du den Druck
nicht mehr lang aushältst.

Komm, wirf dir ein paar Tabletten ein
und alles ist wieder gut.
Merkst du nicht, wie du uns langweilst
mit deiner Depression?
Komm, wirf dir ein paar Tabletten ein,
damit du wieder funktionierst.
Hör auf mit deinem Hilfeschrei,
der die anderen hier nur stört!

Und dieser Schmerz kommt so oft wieder,
wie es ihm gefällt.
Und du spürst, dass du den Druck
nicht mehr lang aushältst.

Komm, wirf dir ein paar Tabletten ein
und alles ist wieder gut.
Merkst du nicht, wie du uns langweilst
mit deiner Depression?
Komm, wirf dir ein paar Tabletten ein,
damit du wieder funktionierst.
Hör auf mit deinem Hilfeschrei,
der die anderen hier nur stört!

Der Auftrag

Nur noch Sekunden bis zum Ernstfall,
niemand gibt hier ein Warnsignal.
Rein mechanisch der Ladevorgang.

Nur ein kleiner Punkt im Zielfernrohr,
der sich hin und her bewegt,
und ein Fadenkreuz, das ihm lautlos folgt,
als wäre es ein Magnet.

Als sich der Finger krümmt,
ist das Spiel aus.
Keine Hoffnung mehr und keine Chance,
denn die Kugel verlässt den Lauf.

Nur ein kleiner Punkt im Zielfernrohr,
der sich hin und her bewegt,
und ein Fadenkreuz, das ihm lautlos folgt,
als wäre es ein Magnet.

Achterbahn

Seid ihr so weit?
Dann geht’s jetzt los!
Hals- und Beinbruch
und Gott mit uns.

Wir fahren ohne Ziel und ohne Plan,
es kommt uns nur auf Geschwindigkeit an.
Es gibt für uns nur ein Gebot:
wir fahren bis zur Endstation.

Gebt die Bahn frei –
geht aus dem Weg.
Wenn ihr helfen wollt,
sprecht ein Gebet.

Der Eintrittspreis ist nicht sehr hoch,
doch unterwegs wirst du alles andere los.
Unser Glück dauert nur ‚ne kurze Zeit,
doch das ist besser als Langeweile in alle Ewigkeit.
Es liegt an dir, du hast die Wahl
zwischen Spielzeugkarussell und Achterbahn.

Gebt die Bahn frei –
geht aus dem Weg.
Wenn ihr helfen wollt,
sprecht ein Gebet.

Erst geht es nach oben, dann geht es bergab.
Unser Leben fliegt vorüber im 4/4-Takt.
Irgendwann fliegt jeder aus der Bahn,
wir alle warten auf diesen Tag.
Eine Stimme ruft uns zu: „Letzte Warnung!”,
es läuft der Countdown für den Absturz.

Gebt die Bahn frei –
geht aus dem Weg.
Wenn ihr helfen wollt,
sprecht ein Gebet.