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Teksty piosenek

Regen

Ein Riesenmeer von Dächern
in einer Wüste ganz aus Stein,
in der man leben oder sterben kann
und ein bisschen glücklich sein.

All die Straßen, all die Häuser,
all die Treppen und all die Türen,
es hat mich niemals wirklich interessiert,
wo sie eigentlich hinführen.

Ich warte nur auf den Regen,
der die Flüsse überlaufen lässt
und den Müll aus dieser Stadt endlich wegspült.
Der die Falschheit und Intrigen
und die Heuchelei mitnimmt,
die uns jeden Tag nach unten zieht.

Warten auf den Regen,
der den ganzen Dreck wegspritzt,
der in meiner Strasse und meiner Wohnung
und in meiner Seele sitzt.

Unser Haus

Hab ich zwanzig Jahre lang hier gewohnt,
in diesem stillen Haus,
in dem nur noch meine Mutter lebt
und die Erinnerung verstaubt?
Sechs Kinder haben hier mal getobt,
immer bis mein Vater heimkam.
Und wenn er uns nicht schlug, dann liebte er uns
und dafür waren wir ihm dankbar.

Ich seh das alles noch immer vor mir,
wie in einem Kinofilm.
Als wär es nie mein Leben gewesen,
als ob ich jemand anders bin.

Als Tom Sawyer und als Sherlock Holmes
sind wir hier durch die Gegend gerannt.
Wie oft haben wir uns mit Steinen beworfen
und schlossen Frieden schon am nächsten Tag…
Im Garten heimlich rauchen,
der erste Vollrausch mit acht Jahren
von ‚ner halben Dose Altbier an einem Sommernachmittag.

Hier hab ich gelernt zu lügen,
zu streiten und zu intrigieren,
zu vergeben und vergessen,
zu gewinnen und verlieren.
Es gab Enttäuschungen und Tränen,
obwohl ich meistens glücklich war
mit unserm kleinen Vorstadt-Leben
in unserer Nachbarschaft.

In diesem Haus fand ich meinen Vater
tot in seinem Bett.
Mir wurde klar als ich seine Hand hielt,
dass ich nicht auch hier sterben will.

Call of the wild

It’s dry, it’s dusty, the nights are long and cold.
Your life is like a desert, you’re scared of growing old.
You can hear the clock ticking like a hammer on a stone,
remember this – you’re not alone, you’re not alone, you’re not alone.

Come on! Can you hear it?
The call of the wild.
Stand up now and fight back,
wipe off their plastic smiles.

You crawled out of the ocean, your pulse was slow and weak.
Got up on your two legs, put on clothes and learned to speak.
Ended up abandoned in a place that they call „home”.
Remember this – you’re not alone, you’re not alone, you’re not alone.

Come on! Can you hear it?
The call of the wild.
Stand up now and fight back,
wipe off their plastic smiles.
Why listen to the losers who still treat you like a child?
Better find another station,
tune in to the call of wild,
the call of wild.

They’ll tell you that they love you, like a spider loves a fly.
Promise you you’re safe but never look you in the eye.
Manipulated, regulated, crippled and controlled,
remember this – you’re not alone, you’re not alone, you’re not alone.

Come on! Can you hear it?
The call of the wild.
Stand up and fight back
and kill their plastic smiles.
Why listen to the losers who still treat you like a child?
Tune in to the call of the wild,
call of the wild.

Unsterblich

Ich will mit dir für immer leben,
wenigstens in dieser einen Nacht.
Lass uns jetzt beide keine Fragen stellen,
weil keine Antwort für uns passt.

Mit dir hab ich dieses Gefühl,
dass wir heut Nacht unsterblich sind.
Egal, was uns jetzt noch geschieht,
ich weiss, dass wir unsterblich sind.

Wir könnten auf ‚ner vollen Fahrbahn stehn,
auf einem Dachfirst balancieren.
Unsere Augen wären zu und wir zählten bis zehn,
es würde uns trotzdem nichts passieren.

Denn mit dir hab ich das Gefühl,
dass wir heut Nacht unsterblich sind.
Egal, was uns jetzt noch geschieht,
ich weiss, dass wir unsterblich sind.

Wir haben uns gegenseitig leicht gemacht.
Sitzen auf ‚ner Wolke und stürzen nie ab.
Hier geht’s uns gut, denn wir sind auf der Flucht,
bis die Sonne uns am Morgen wieder zurückholt.

Ich hab nur mit dir dieses Gefühl,
dass wir heut Nacht unsterblich sind.
Ich weiss, es kann uns nichts geschehen,
weil wir unsterblich sind, unsterblich sind.

Alles wie immer

Entweder ich änder’ mich,
oder ich änder’ die Welt,
oder die Welt ändert sich selbst.
Nur das Eine steht fest:
so kann’s nicht weitergehen,
dass ich jeden Tag neu feststell:

alles wie immer – es ist alles wie immer.

Wir würden tauschen
und das Ganze wär umgedreht.
Und ich wär du und du wärst ich.
Ich würd dich hassen,
und ich hasste mich selbst dafür,
dass die Perspektive gleich aussäh’:

alles wie immer – es ist alles wie immer.

du kannst von hier gehen
so oft du willst,
egal wie lang und wie weit.
Wenn du wiederkommst,
dann wirst du sehen,
alles bleibt immer gleich.

‚Ne Wiederholungstaste klemmt in unserm Kopf
und es gibt nur ein Programm:

alles wie immer – es ist alles wie immer.

Container-Lied

Dies ist ‚ne Geschichte, die das Leben schrieb,
von einem Penner, der in einen Container stieg.
Es war sehr kalt in dieser Nacht
und zum Schlafen war das kein schlechter Platz.

Es war ‚ne Hausfrau, die ihn als Erste sah,
als er schon steif und längst erfroren war.
Auf dem Kopf eine Krone aus Zeitungspapier –
sah wie’n König aus, nur etwas unrasiert.

Später kam er dann als Wolke zurück.
Sah von oben herab und freute sich.
Er erkannte seine Krone aus Zeitungspapier:
ein kleiner Junge trug sie mit sich spazieren.

Schön sein

Manche Menschen sind so schön,
da bleibt einem das Herz fast stehn.
Man staunt und denkt: „Verdammt nochmal,
sowas von schön ist nicht normal.”
Die meisten Menschen sind nicht schön.
Sie haben eine Scheiss-Figur.
Sie haben keinen BMW
und noch nicht mal Abitur.

Schön sein und ein bisschen obszön sein,
sagt die Frau zu dem Mann:
„Hey Schatzi, was will man mehr?”
„Reich sein”, denkt der Mann dann,
weil er ist Prospekteverteiler
und wär gern Millionär.

Wer arbeiten will, findet Arbeit,
was heisst denn hier Niveau?
Die Männer brüllen „Scheisse”
und die Frauen putzen das Klo.
Doch was heisst hier „Faule Säcke”?
Das weiss doch jedes Kind,
dass bei den Männern die Säcke
am produktivsten sind.

Schön sein und ein bisschen obszön sein,
sagt die Frau zu dem Mann:
„Hey Schatzi, was wolln wir mehr?”
„Reich sein”, denkt der Mann dann,
weil er ist Prospekteverteiler
und wär gern Millionär.

Und irgendwann haben sie das Licht gesehn,
es hatte 60 Watt.
Seitdem zünden sie jeden Sonntag
eine Kerze in der Kirche an,
und sie beten, dass ihre Träume in Erfüllung gehn,
denn sie erwarten vom Leben nicht zuviel.

Nur schön sein und ein bisschen obszön sein,
sagt die Frau zu dem Mann:
„Hey Schatzi, wir brauchen nicht mehr!”
„Nur reich sein”, denkt der Mann dann,
weil er ist Prospekteverteiler
und wär gern Millionär.

Sonntag im Zoo

Schau, die Giraffen, ihre Hälse sind lang.
Schau, wie sie lächeln, sie sagen vielen Dank.
Schau, da turnen die Affen, ihr Kreischen ist schön.
Komm reich mir die Hand, laß uns ins Vogelhaus gehn.

Hier sind wir glücklich – ich und du.
Hier sind wir frei – an einem Sonntag im Zoo.
Und die Papageien, man versteht sie nicht ganz.
Eine Welt voller Schönheit, eine Welt voller Glanz.

Und die Käfige offen und groß die Gehege
und die Tiere voll Freude und die Luft voller Liebe.
Hier sind wir glücklich – ich und du.
Hier sind wir frei – an einem Sonntag im Zoo.

Eine Gruppe Japaner, schau, wie sie sich freuen.
Sie werden den Eintritt sicher nicht bereuen.
Sie sind freudig erregt, und sie fotografieren,
sie lachen mit sich und der Welt und den Tieren.

Und die Kinder schreien fröhlich,
und eine Schlange vorm Klo.
Und alle sind glücklich
sonntags im Zoo.

Hier sind wir glücklich – ich und du.
Hier sind wir frei – an einem Sonntag im Zoo.
Siehst du die Wärter, der mit dem Pinguin spricht,
etwas Schöneres gibt es für ihn nicht.

Helden und Diebe

Irgendwann in der frühen Steinzeit
haben wir „Wir sind bereit” geschrien.
Wir waren die Jungs von der Opel-Gang
und unser Weg war noch das Ziel.
„Verschwendet Eure Zeit” und „Komm mit uns”
auf diesen Schlachtruf waren wir stolz.
Und keiner von uns hätte je geglaubt,
dass uns wirklich mal jemand folgt.
In all den Jahren hat sich viel geändert,
wir bescheissen uns da nicht selbst.
Unsre Unschuld war nicht das Einzige,
was unterwegs verloren ging.

Die selbsternannten Wahrheitsfinder,
die uns heute auf den Fersen sind,
suchen den Spion in uns,
die Ratte, die das Schiff verlässt.
Zuviel Fernseh-Shows, zuviel Interviews,
viel zu oft verdächtig nett.
Und sie fragen sich, ob das noch Punkrock ist,
oder wie man sowas eigentlich nennt.

Mal sind wir Helden und mal Diebe,
angeklagt wegen Hochverrat
an uns selbst und der Vergangenheit
und dem, was wir mal war’n.

Auf welches Lied sollen wir euch die Treue schwören,
und dass wir noch immer die Alten sind?
Wie oft wollt ihr noch „das Wort zum Sonntag” hören?
Wie lang wollt ihr noch zu uns stehen?
Wann kommt der Tag, an dem ihr ruft:
„Es reicht, wir haben genug!
Wir möchten endlich andere Lieder
und eure Zeit ist um.”?

Mal sind wir Helden und mal Diebe,
je nachdem, wie der Wind sich dreht.
Aus welcher Richtung er von morgen kommt,
fragen wir uns nicht.

Wir haben uns um den Verstand gesoffen
und sind irgendwie asozial.
Wir sind höflich und bescheiden,
die netten Jungs von nebenan.
Wir sind Propheten, wir sind Lügner,
mal sind wir falsch und manchmal echt.
Vergesst einfach den ganzen Mist,
den man sich über uns erzählt.

Wir sind Helden, wir sind Diebe,
angeklagt wegen Hochverrat
an einer Idee, die seit Jahren tot ist,
und die man längst beerdigt hat.

Wir sind Helden, wir sind Diebe,
wir nehmen’s so wie es grad kommt.
Und wenn ihr an etwas glauben wollt,
glaubt an Euch selbst und nicht an uns.